Kognitive Verzerrung · Gemischte Evidenz

Verlustaversion

Verluste können relativ zu einem Bezugspunkt subjektiv stärker gewichtet werden als vergleichbare Gewinne. Wie groß dieser Unterschied ist, hängt jedoch deutlich von Aufgabe und Messung ab.

Auch gesucht als: Loss Aversion · Loss aversion

Was passiert?

Woran du das Muster erkennen kannst

Der Bezugspunkt kann die Entscheidung so rahmen, dass ein möglicher Verlust überproportional wichtig wirkt. Die populäre Faustregel 'Verluste wirken immer doppelt so stark' macht aus einer variablen Forschungsgröße eine falsche Konstante.

Probier das

Mach den nächsten Schritt prüfbarer

Das ist kein Diagnosewerkzeug und keine Garantie gegen Denkfehler. Ziel ist ein besser prüfbarer Entscheidungsprozess.

Warum es helfen kann

Was die Forschung vorsichtig stützt

Loss Aversion ist ein zentraler Bestandteil der Prospect Theory und wird in vielen Studien geschätzt. Aktuelle Meta-Analysen und Re-Analysen kommen aber zu deutlich unterschiedlichen Größen und zeigen, dass Design, Reihenfolge, Wahrscheinlichkeiten und Auswertung das Ergebnis materiell verändern können.

Grenzen

Es gibt keinen universellen Loss-Aversion-Koeffizienten für jede Entscheidung. Verlustaversion ist außerdem nicht dasselbe wie Sunk-Cost-Denken über bereits unwiederbringlich investierte Ressourcen.

Geprüfte Quellen

  1. Prospect Theory: An Analysis of Decision under Risk · 1979
  2. Meta-analysis of Empirical Estimates of Loss Aversion · 2024
  3. A meta-analysis of loss aversion in risky contexts · 2024
  4. Loss aversion is not robust: A re-meta-analysis · 2025

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